1. Tag Anreise von Birkenhördt nach Mittenwald um 4:00 Uhr.

Um 9:00 stand schon ein Radiointerview auf dem Plan. Das hieß: pünktlich ankommen. 10:30 kam gleich das Kennenlernen der Gleichstellungsbeauftragten beim Landratsamt.

Die letzte Bergausrüstung musste noch besorgt werden. Loui‘s Klettergeschirr kam auf dem letzten Drücker. Es hätte einen Plan B gegeben, wäre es nicht rechtzeitig angekommen.

Eins folgte dem Anderen und das war 1. nach Mittenwald und einchecken, 2. Gassi gehen mit Loui, 3. Marco und Laila treffen, Essen gehen im Gasthaus Post und alles, soweit es ging, für den morgigen Tag zusammenpacken. 18:00 gab es im Rathaus Garmisch eine Pressekonferenz.

Dann gab es erst mal einen Schock für mich – mein Handy war weg –. Wir haben alles durchsucht, das Auto auf den Kopf gestellt, kurz mal richtig geärgert, alles wieder ausgepackt was vorher gründlich eingepackt war, von hier nach da geräumt…aber….es war unauffindbar und blieb es auch.

Es mußte weitergehen. Also abhaken und das beste draus machen. Zeit zum Schlafen.

 

2. Tag von Hammersbach nach Höllentalangerhütte

Zuerst mit einem Frühstück gestärkt, Abfahrt bei Garmisch Helm, das Auto haben wir an der Zugspitze-Bahn abgestellt, mussten aber noch mit dem Taxi weiter bis zum Parkplatz.

Bei wunderschönem Wetter, traumhafter Kulisse gingen wir endlich gegen 11:00 in Richtung Höllentalklamm los. Der Anfang gestaltete sich erst einmal recht hakelig, ein angenehmer Rhythmus wollte sich erst nach ca. 1h einstellen.  Nach ca. 1,5 h erreichten wir den Eingang zur Klamm.

Herrliche Fels- und Flusslandschaft tat sich vor uns auf und wir begegneten so vielen freundlichen Menschen, die uns zu unserer Motivation, die wir schon hatten, noch eine Portion drauf packten.

Unser Team fand gut zusammen, das war schon etwas riskant, denn wir kannten uns vorher nur kurze Zeit. Loui war vor lauter Erwartung ganz aus dem Häuschen, zu unser aller Freude.

Drei Stunden später haben wir unsere erste Pause eingelegt um unseren Snack vertilgen zu können. Wir hatten nur noch 1,5 h um die Höllentalangerhütte zu erreichen.

Dann…1. Etappenziel erreicht, wie haben wir uns gefreut.

So wurde der erste Tag unserer Tour mit Radler, Kaffee, Kuchen, Relaxen, Austauschen über den Tag, Planung Klettersteig Zugspitze, Bilder machen, einchecken, abgeschlossen.

Der Schlafraum für mich in der Hütte war ein Umkleideraum mit Luftmatratze. Die Hütte ist schön und  modern, eine sehr sympathische Hüttenwirtin, duschen war zu unserem Glück auch möglich und vor allem dann …schlafen!

 

3. Tag Von der Höllentalangerhütte zur Zugspitze

4:00 raus aus den Federn, ein Hammerfrühstück hat uns erwartet und um 5:00 ging es los. Mit Stirnlampe, gepacktem Rucksack am Flussbett entlang und durch Latschenwälder. Bei herrlichem Sonnenaufgang kam der erste Aufstieg, nur schnell in die Kletterausrüstung und los gehts.

Wir wollten schon eine Strecke hinter uns gebracht haben, bevor der erste Schwung Menschen kommt. Das erste Hindernis ließ nicht lange auf sich warten – eine große Leiter. Um die Hände frei zu haben für die Leiter und die Sicherung mußte ich Loui in eine Bandschlinge einbinden und ihn um den Hals zu tragen. Das hat gut funktioniert. Es war für ihn zwar befremdlich, aber er war so brav und hat es mit sich machen lassen.

Als wir oben ankamen, war die Freude wieder mal riesengroß und von da ab klappte alles super.

Der erste Klettersteig stand uns bevor, danach kamen wir an einer kleinen mit Latschen bewachsenen Graslichtung bzw. Plattform an. Weiter ging es durch Latschen und hammerstarkem Geröllfeld an einer kleinen Quelle vorbei zum Gletscher. An dieser Quelle konnten wir aber nicht vorbei ohne uns wenigstens abgekühlt zu haben, es war inzwischen ganz schön heiß. Während Laila und ich es uns gut gehen ließen, hat Marco meinen Rucksack zum Gletscher getragen. Am Gletscher angekommen war erst mal wieder eine Pause fällig. Nun brauchten wir unsere Steigeisen ….  Steigeisen angelegen und los geht’s.

Anfangs fühlte es sich alles richtig gut an, gar nicht anstrengend, aber das sollte sich bald ändern. Es wurde immer steiler, ich musste eine andere Technik für mich finden und natürlich „Not macht erfinderisch“, ich kroch dann auf allen Vieren voran. Die Hände schmerzten ein wenig, aber – geschafft! Beim letzten Stück konnte ich die Krücken wieder einsetzen. An der Randkluft mussten wir die Steigeisen wieder abschnallen, Klettersachen anziehen und weiter zum zweiten Klettersteig. Schon der Einstieg war recht technisch.

Marco nahm Loui, Laila und ich stiegen hinter den beiden her. Unsere Motivation war ungebrochen, trotz vieler Stufen, Tritte und schwierigen Passagen. Ein Mann bot sich an, uns etwas zu entlasten und nahm Loui zu sich. Sehr freundlich.

Es zogen Wolken auf und verdeckten den Gipfel, unsere Orientierungshilfe war damit weg.

Wir kletterten, kletterten und klippten…es nahm kein Ende. Wir hatten nur einen Wunsch….endlich am Ziel anzukommen. Das war noch in weiter Ferne.

Ganze 12 h waren wir nun schon unterwegs. Dann….endlich…Marco konnte das Gipfelkreuz sehen…oh Freude. Unsere letzten Kräfte wurden noch einmal mobilisiert…aber…wir freuten uns zu früh. Es war doch noch einiges an Strecke hinter uns zu bringen, bevor wir das Gipfelkreuz erreichen konnten.

Dort trafen wir auf fünf sympathische junge Männer, die uns sehr schnell ihre Begeisterung über unser Projekt mitteilten, so konnten wir die letzten Anstrengungen schnell wieder vergessen.

Wir verspürten den dringenden Wunsch ins Warme zu kommen und etwas zu essen. Das tat gut. Wir hatten also das Münchner Haus erreicht. Unsere Übernachtungsmöglichkeit war somit gesichert. Zuerst musste sich aber die Wirtin von ihrem Schock über den Hund erholen. Wie immer ließ Loui seinen Charme spielen und hatte damit in Windeseile ihr Herz erobert. Das gleiche erreichte er dann noch beim Koch. Als das in trockenen Tüchern war, konnte er sich an seinen Lieblingsplatz direkt beim Kühlschrank platzieren. Seine Rechnung ging auf, was waren da für leckere Wiener Würstchen drin – die er auch probieren durfte.

Wir waren an diesem Tag 13 h unterwegs. Das war wohl einer der längsten Tage, die wir zu bewältigen hatten.

 

4. Tag Münchner Haus zur Knorrhütte

um 7:00 aufgestanden. Diesmal mit richtig Muskelkater. Nachdem wir mit Marco Kaffee getrunken haben, fuhr er mit der ersten Bahn runter ins Tal. Anschließend gab es dann unser richtiges Frühstück. Die Wirtsleute waren auffallend herzlich. Wir wurden genauso herzlich verabschiedet, wie wir begrüßt wurden. Um 11:00 Uhr war es dann soweit, es ging wieder los. Plötzlich zogen dicke Wolken auf und es blieb nicht bei den Wolken, Gewitter, Donner und Blitze durften natürlich nicht fehlen. Unser Abstieg war sehr langsam und es wurde so steil, dass wir an unsere Grenzen kamen. Nach kurzer Überlegung entschieden wir uns dafür, auf dem Po herunterzurutschen. Das war dann wieder eine unserer sicheren neuen Technik. Laila und ich rutschten vor und Loui kam hinterher. 200 m nach unten rutschend sahen wir recht verdreckt aus.  Wir „Profis“ konnten uns das Lachen nicht verkneifen. Klatschnass gingen wir weiter durch die „Mondlandschaft“. Steine, Schnee und Regen, ach wir sehnten uns nach der Sonne und wir hatten Glück, 10 min. später war sie da. In der Sonne konnten wir uns aufwärmen und unsere Kleider trocknen und weiter ging es zur Knorrhütte.

Und es gab wieder einen herzlichen Empfang an der Hütte, 2-Bett-Zimmer und die Hütte mit netten Menschen. Nach Himbeer-Heidelbeer-Milch, Zimmercheck, Duschen etc. haben wir zu Abend gegessen, das in netter Männergesellschaft, bis wir uns um 22:00 zurückziehen mussten. Für uns war es Schlafenszeit.

 

5. Tag  Knorrhütte bis zum Steinernes Hüttl

Früh am Morgen Routencheck, Frühstück und um 9:00 Uhr brachen wir auf.

Wieder hat uns die Natur überrascht. Eine ganz andere Seite von ihr war zu sehen. Viele wunderschöne Blumen, Felsen, die man gut zum bouldern nutzen könnte. Um das Hüttl zu erreichen müssen wir über die Grenze, denn das liegt schon in Österreich. Auf dem Weg zur Hütte kamen uns Zweifel ob wir richtig sind. Beim Steiter Grashang, direkt oben angekommen gab es Gemsen und Murmeltiere zu sehen aber es war keine Hütte in Sicht. In weiter Ferne konnten wir einen Zaun sehen, das gab uns Hoffnung. Wir mussten uns vorher noch durch eine Herde Kühe trauen. Sie waren weder herzlich noch freundlich. Loui war ihnen ein Dorn im Auge, sie wollten uns angreifen. Wir erinnerten uns – laut anschreien war der Rat – das half, sie ließen uns in Ruhe. Wir haben sie wohl mächtig beeindruckt.

Eine kleine französische Gruppe überholte uns und war ganz außer sich, weil die Hütte nicht da war. Aber dann sahen wir ihre Gesichter strahlen, das Gipfelkreuz stand direkt auf der Hütte, die Hütte war durch den Hügel nicht gleich zu sehen, nur das Gipfelkreuz.

Kaffee und Kuchen…das hatten wir uns verdient. Wir genossen diese Hütte mit seinem Hüttenwirt.

Am urigsten war das Klo, es war keine Toilette, deshalb „Klo“. Ein Klohäuschen mit Herz und Klositz, das außergewöhnliche war, dass „es“ aber in die Landschaft ging. Waschen konnten wir uns im Bergwasser am Brunnen. Die Wirtsleute waren wieder sehr herzlich und wir konnten dort sogar nette Bekanntschaften schließen. Jürgen und Tim, Vater und Sohn waren zwei sehr sympathische Menschen, mit ihnen haben wir zu Abend gegessen und uns das Bettenlager geteilt.

Nachdem Loui nicht allein in der Stube bleiben wollte, musste ich meine Schlafstelle wechseln und mich zu ihm auf den Teppich legen. Auf so eine Erfahrung kann man allerdings verzichten. War so gar nicht bequem.

 

6. Tag   Steinernes Hüttl nach Leutasch

Nach dem Frühstück sind wir nach Leutasch aufgebrochen. Es ging zuerst über einen wurzeligen Waldweg hinab. Rast machten wir auf der Tillfussalm, weitere 10km über einen Forstweg am Fluss vorbei nach Leutasch zum Haus Tanneck. Abends haben wir Jürgen und Tim zum Eis und Burger essen getroffen.

 

7. Tag   Pause im Haus Tanneck

Frühstück, sonnen, Gassi gehen, Kennenlernen von Joachim, den Fahrer, den wir brauchen, der etwas später dazu kam. Am Abend gönnten wir uns Schwimmen gehen in der Schwimmhalle, noch Kleidung waschen und …. Schlafenszeit.

 

8. Tag  von Leutasch zur Peter Anich Hütte

Was braucht man alles? Wir mussten uns neu eindecken mit manchen Dingen, also einkaufen gehen, noch einmal die Route checken und nach Rietz fahren.

Gegen 12:00 Aufbruch um zur 1909 m hoch liegenden Peter Anich Hütte aufzusteigen. Es ging einen steilen Waldweg hoch, die Steigung war sehr unangenehm, dafür war die Hütte um so schöner und die Menschen wieder so herzlich – und alle lieben Loui.

Bei Graukäse und Radler genossen wir die Sonne. Außerdem hatten wir eine nette Unterhaltung mit Hans und Toni. Später gab es Kasspatzeln für uns, während die Hüttenwirtin mit Loui spielte. An diesem Abend gab es ein Highlight: Eine 4-köpfige Gruppe mit Akkordeon kamen und spielten. Das habe ich mir die ganze Zeit gewünscht, das gehört für mich einfach dazu.

Es war richtig ergreifend, wie sie Volksmusik spielten. Am warmen Ofen, wir und die Jungs waren die einzigen Gäste, es war eine tolle Stimmung, ein unvergesslich schöner Abend.

Um 24:00 Uhr war der Abend für uns zu Ende. Wir gingen schlafen.

 

9. Tag  Per Anich Hütte zur Dortmunder Hütte

Wie jeden Morgen Frühstück, Sachen packen und los geht’s.

Noch kurz vorher zum Toni auf die Alm, Bilder machen und weiter.

Die Ansage war – nur über die Scharte – hört sich erst einmal einfach an. Berg hoch, am Wasserfall entlang und kurz über die Scharte. Berg hoch – ok, am Wasserfall entlang – ok, einmal über die Scharte – ……5x hoch und runter….es nahm kein Ende….nach ca. 2 h waren wir dann oben und haben die Scharte endlich hinter uns gelassen. Wo ging es jetzt weiter???– Wie auf Bestellung kam der Wegmarkierer, er beschrieb uns den weiteren Weg. Wir mussten noch höher, Richtung Grieskogel (2800m) …also auf geht’s… Wir würden von oben den See sehen, wie er uns noch mit auf den Weg gab. Das spornte uns wieder an. Es war genauso und alles mit herrlicher Aussicht von oben und jetzt…. wieder runter. Zwei Schweizer teilten uns mit, dass wir noch 1 h brauchen würden bis zum Parkplatz. Die beiden sind wohl heruntergerannt. Wir sind zügig gegangen, aber es brauchte doch einiges mehr an Zeit.

Fast unten angekommen wurden wir noch einmal von Kühen überrascht. Eine Kuhherde  mit Jungtieren. Wir gingen einen Umweg durch den Fluss und fühlten uns schon in Sicherheit. Inzwischen regnete es in Strömen, trotzdem waren wir guter Dinge……als doch noch einmal so eine Überraschung auf uns wartete. Eine Kuh mit Kalb, die natürlich nicht erfreut war uns zu sehen. Sie störte sich deutlich an Loui. Ich stürzte ihr schreiend entgegen, das hatte ich ja bereits geübt, um sie zu verscheuchen. Ich staunte nicht schlecht als es wieder funktionierte. Die Mutterkuh blieb ein Stück weiter hinten stehen und das Kalb lief vor mir her. Die Kuh habe ich dann erst mal ignoriert und das Kalb zurückgetrieben.

Daumen hoch, hat funktioniert. Wir konnten ohne Sorgen unseren Weg fortsetzen. Nach ca. 3km, 2km davon war nur Straße – schrecklich! Mit Schmerzen an Händen und Füßen erreichten wir Kühtau. Dieser Ort scheint allerdings wie ausgestorben. Nur Winterbetrieb!

Hoffentlich kommt bald die Hütte, wir hatten es bitter nötig. Und endlich, nach einem weiteren km erreichten wir die Hütte. Auch diese Hütte kann ich wieder nur empfehlen, eine so herzliche Hüttenwirtin und sehr gutes Essen. Wir ließen den Abend ausklingen und gingen schlafen.

 

10. Tag  Pause an der Dortmunder Hütte

Nach unserem Frühstück gingen wir mit Monika, der Hüttenwirtin zu ihren Pferden, Loui war derweil mit seinen zwei neuen Freunden, den Hunden der Wirtin, beschäftigt. Die drei hatten riesig Spaß. An der Erfahrung mal einen Tritt von einem Esel an den Oberschenkel zu bekommen, kam ich nicht vorbei. Autsch!

Der Anblick der 11 wunderschönen Pferde von Monika haben mich ein wenig dafür entschädigt. Wir machten noch Fotos und liefen dann zur Hütte zurück.

Nachdem wir uns mit einer Suppe stärken konnten, entschlossen wir uns zu einem weiteren Fotoshooting.

Abends gab es superleckere Knödel zum Essen. Danach fuhr ich mit Joachim, unserem Fahrer zu einem Souvenirladen, für mich wollte ich einen Filzhut kaufen. Als wir wieder bei der Hütte ankamen trafen wir auf Ed, seine Freunde und lernten Monikas Mann kennen. Der mag Loui ganz besonders. Er ist Jäger und hatte vormittags eine Gemse geschossen. Loui half ihm beim Ausnehmen des Tieres. Diese Tätigkeit scheint Auswirkungen auf die Hörfähigkeiten eines Hundes zu haben. Sie sind plötzlich taub, wenn man sie ruft. Irgendwann kam er dann – mit dem Unterkiefer der Gemse in seiner Schnauze und schwanzwedelnd. Die Zeit verging wie im Flug.

Um 0:30 fielen wir endlich ins Bett. Wir wussten, der nächste Tag bedeutet für uns, viele Höhenmeter bewältigen zu müssen.

Aber…..was für ein Luxus, ein Bett, Decke und Kissen zum Schlafen.

 

11. Tag     Dortmunder Hütte zur Schweinfurter Hütte

7:00 wieder ein außergewöhnlich gutes Frühstück, Sachen packen, Auto umräumen, Niederländer verabschieden und los geht’s.

Heute wird es ein wunderschöner aber anstrengender Tag.

Wir liefen an Kühtau vorbei in Richtung Speichersee. Eine faszinierende Landschaft. Durch eine saftig grüne Gegend und an Bächen vorbei. Wie kann es sein, dass der Ort in so einer schönen Landschaft wie ausgestorben ist?

Loui war mit dieser Bachlandschaft im 7. Himmel und wir waren nicht weniger begeistert.

Der Anstieg war sehr schnell sehr steil. Es ist richtig kalt, trotz Sonnenschein. Auf den Gipfeln liegt Schnee. Da kann ich nur schwärmen, wenn ich mich umschaue. Wir brauchten 2 h um den Speichersee zu erreichen. Ein Türkis, wie man es nicht beschreiben kann. Was für ein Anblick! Nach unserer Pause folgten wir dem Weg um den See herum und ich träumte davon, dass dort eines Tages mein Haus stehen würde.

Der steile Weg, der nun auf uns wartete, riss mich förmlich aus meinen Träumen und ich musste mich wieder auf den Weg konzentrieren. Es ging so steil nach oben über Geröll, Schotter und anschließend einer Scharte. Wie immer…kurz darüber. Sie bestand aus vielen Unterscharten, wie auch die vorherigen. Es war ein unangenehmer Weg, Steine soweit das Auge reicht. Ziemlich in der Mitte des Weges trafen wir auf eine Männerwandergruppe, die uns abrieten weiter zu gehen, als sie mich sahen. Sie trauten mir nicht zu, diesen Weg zu packen. Was taten wir…….wir lachten und liefen weiter. Das Lachen….ist uns auch beinahe vergangen. Sie hatten nicht ganz Unrecht, zumindest damit, dass es anstrengend wird. So anstrengend der Weg auch war, so schön war er auch. Er führte an 5 Seen vorbei. Über Schotter, Geröll, Steinplatten und wenig schönes Gehgelände, dafür aber stetig hoch… dann haben wir endlich das Gipfelkreuz der Scharte erreicht. Es ging wieder abwärts. Das war weniger schön, aber die herrliche Landschaft entschädigt für all die Anstrengungen. Geröll, Gras, Heide und Heidelbeeren, Steine glitzerten wie Silber und es schien, als liefen wir über Diamanten. Ein wunderschöner Anblick. Dann sahen wir sie – die Schweinfurter Hütte.

Ob Joachim schon dort war? Die Hüttenbesitzerin erwartete uns bereits und wir wurden wieder sehr herzlich aufgenommen. Es ging dann alles Schlag auf Schlag. Platz suchen – am besten gleich zu den Niederländern – und schon stand das Abendessen auf dem Tisch. Nach einer längeren Unterhaltung mit der Wirtin fielen wir dann hundemüde ins Bett.

 

12. Tag  Schweinfurter Hütte – Winnebachseehütte

Frühstück, Sachen packen, Klettersachen prüfen etc. Wir stellten fest, dass wir jeder ca. 20kg in unserem Rucksack untergebracht hatten. Das war verrückt. Das können wir niemals tragen. Es gab eine Materialseilbahn, mit der war es zu unserem Glück möglich, unser Gepäck hoch zu transportieren. Wir mussten umpacken, was kein Problem war und los ging’s. Oh Mann, diese herrliche Landschaft. Wieder am Bach entlang durch ein saftig grünes Tal. Für Loui war es wieder traumhaft, er konnte sich am Wasser auslassen.

Nach 5 km kam wieder eine Scharte auf uns zu……das war nicht unser Tag. Lara und ich hatten Schmerzen, die wir ignorieren mussten…wir mussten weiter. Es lief nur schleppend. Nach 4 h standen wir dann am Gipfelkreuz der Scharte in einer Höhe von 2800km.

Ein sehr steiler Abstieg stand uns wieder bevor, das wird wohl auch so bleiben. Zuerst hoch quälen, dann runter quälen. Nach einer weiteren Stunde wurde es wieder grün und es ging wieder an einem Bach entlang. Irgendwann sahen wir einen großen Wasserfall und vermuteten, dass die Hütte doch bestimmt in der Nähe sein muss. Und tatsächlich, da war sie, zuerst sah man den See. Die Hütte befand sich direkt am Ufer – die Winnebachseehütte. „Alter – wie geil!“ Es war inzwischen Abend, es war kalt und wir waren froh, unser Ziel für heute erreicht zu haben. Wir konnten es kaum abwarten endlich etwas Gutes zu essen zu bekommen. Die Hütte war ungewöhnlich voll, so musste/konnte ich mit Loui in der Stube schlafen. Dann stört uns schon kein Schnarchen.

 

13. Tag     Winnebachseehütte – Pause

Marco kam heute zurück, wir freuten uns riesig. Gegen 10:00 Uhr war er da. Bei einem Kaffee planten wir den Tag. Filmen stand auf dem Plan. Sachen packen und auf zum Klettergarten. Sehr schnell fanden wir eine passende Route für unseren Dreh. Loui bekam ein Zelt, weil die Sonne doch sehr stark herunterbrannte.

Laila und ich kletterten, Marco filmte. Endlich mal etwas anderes machen als Laufen. Diesmal drückten die Schuhe an einer anderen Stelle, was wir schon als Glück empfanden. Das war ein Tag, an dem wir nur drehten und fotografierten.

 

14. Tag    Winnebachseehütte nach Gries

Wie jeden Morgen, Frühstücken, Sachen packen und sehr früh morgens Absteigen. Ca. 2h über einen schönen Trail vorbei an Kletterfelsen ins Tal. Unser Weg führte uns durch Wald und am Fluss entlang. Dabei haben wir einen Wanderer getroffen, der über mich einen Artikel in einer Zeitschrift gelesen hat. Er fand das Projekt zuerst leichtsinnig und blöd, als er es las. War im Nachhinein für ihn aber doch beeindruckend, nachdem er das Projekt durch unsere Unterhaltung besser verstehen konnte.

In Gries angekommen, suchten wir erst einmal unsere Unterkunft. Carmen, von der Schweinfurter Hütte, hatte uns ein Zimmer bei Paula reserviert. Wir fanden das Gästehaus recht schnell und konnten einchecken. Der erste Eindruck von Paula war nicht so gut, aber das hat sich sehr schnell als falsch herausgestellt. Sie war nach einiger Zeit doch sehr herzlich. Wir durften bei ihr unsere Wäsche waschen. Nur Aufhängen und Zusammenlegen sollten wir selbst erledigen. In der Zwischenzeit gingen wir im Dorflokal eine Kleinigkeit essen. Wieder bei Paula angekommen, kümmerten wir uns um unsere Wäsche. Es gestaltete sich etwas schwierig, wir hatten wohl unsere ganz eigene Art Wäsche aufzuhängen, die sie nicht einfach so hinnehmen konnte. Das war lustig, dass das ein Thema sein konnte??

Am Nachmittag packten wir für den nächsten Tag und fuhren noch nach Langenfeld zum Einkaufen. Wir gönnten uns noch die Therme, bevor es wieder los gehen konnte. Das war für unsere verspannten Muskeln nur gut. Abends hatte ich noch einen Termin im Gesundheitszentrum bei der Physiotherapie. Atemübungen, Dehnen und Tapen stand auf dem Programm. Es sollte am nächsten Tag ja schließlich in alter Frische weiter gehen.

 

15. Tag    Gries – Amberger Hütte

Erst einmal wach werden und alles entspannt angehen. Es soll ein angenehmer Tag werden. Mails checken, Facebook etc.

Doch – was war das? Der gebuchte Bergführer zum Zuckerhütl hat abgesagt, weil er mich auf meinem Handy nicht erreichen konnte.

Erster Schock am Morgen. So ein Mist…..das war Stress, alle Bergführer und Schulen in der Nähe anschreiben….oh Mann, ich hoffte so, dass ich jemanden finden kann. Danach Frühstück – Paula tischte auf – sogar weich gekochte Eier gab es. Weil bei ihr erst einmal der letzte Internet-Empfang war, schaute ich noch einmal die nächsten Hütten durch und buchte vor…plante noch einmal die Route, wieviel Gepäck wir brauchen, wann wir eine Materialseilbahn nutzen können, etc. Organisation über Organisation. Das kann manchmal doch ganz schön nervig sein. Vor allem wenn man schon längst wieder unterwegs sein wollte. Was für eine Aktion.

Das war noch nicht alles. Paula hat uns darüber informiert, dass es auf unserer Route Probleme geben wird. Gletscher!!!! Ich dachte sie macht Witze, aber es war kein Witz. Von der Amberger Hütte die Hildesheimer Hütte zu erreichen, war nicht möglich. Keine Chance, viel zu weit und ewiges Eis. Also wieder umplanen.

Mittags konnte es endlich los gehen. Dann ein erster Lichtblick für den Tag, Ewald hat sich gemeldet, ein Bergführer. Wir verabredeten uns an der Amberger Hütte. Na, dann konnten wir endlich los.

Mindestens 5 km Schotter. Das war kein Spaß. Wir fuhren ein kurzes Stück mit dem Auto. Ab Wanderparkplatz waren wir wieder zu Fuß unterwegs. Obwohl dieser Weg so richtig schön war beeilten wir uns hoch. Es ging durch 2 Bergketten vorbei an einem Fluß und Heidelandschaft. Es war so eine schöne Landschaft. Nach 3 h erreichten wir dann die Amberger Hütte. Sie lag zwischen den Bergen im Tal – traumhaft schön. Bei der Anmeldung traf ich auf eine sehr gestresste Hüttenwirtin. Der „Höhepunkt“ für sie war, dass ich Loui dabei hatte. Eine heftige Standpauke folgt, als sie das hörte. Na toll! Mein Angebot, in der Stube zu schlafen, hat sie nicht besänftigt. Wir bekamen unsere Zimmer zugeteilt.

Abends konnten wir etwas auf der Sonnenterrasse bis zum Abendessen entspannen.

Inzwischen hatte sich die Hüttenwirtin beruhigt und sie wurde sogar richtig freundlich. Nach dem Gespräch mit ihr über mein Projekt war sie doch auch sichtlich beeindruckt und darüber, wieviel km wir schon hinter uns gebracht hatten.

Gegen 23:30 war wieder Schlafenszeit für uns, denn wir hatten die große Tour zur Dresdner Hütte vor uns.

 

16. Tag   Amberger Hütte zur Dresdner Hütte

5:30 Uhr liefen wir los. Nach ca. 30 min. kam schon das erste Problem auf uns zu. Eine Herde Kühe, die direkt auf dem Weg stand. Diesmal entschieden wir uns dafür auszuweichen. Es gab eine Holzbrücke und im Tal sah der Fluss ziemlich seicht aus – da können wir drüber – dachten wir zumindest. Allerdings wurde aus dem seichten Fluss ein reißender Fluß. Da konnten wir auf gar keinen Fall rüber. Was nun? Wir sind ca. 1h um die Kühe herum gelaufen. Es blieb nichts anderes, wir mussten zurück. Die Kühe störten sich zu unserer Überraschung gar nicht an uns. Naja 1,5h für die Katz oder besser für die „Kuh“. Ein kleiner Trost, es war ja noch früh am Tag. Heute fiel es mir sehr schwer in die Tour zu kommen, der Rucksack war schwer, mit dem Gepäck durch den Sand und durch losen Schotter zu laufen, war nicht das Highlight dieser Tour für mich.

In diesem Fall wussten wir vorher nicht, was auf uns zukommt, wir hatten ja umgeplant. Auf so wackeligem Geröll und durch Sand zu laufen haben meine Konzentration so sehr beansprucht, dass ich Mittags total müde war. Ich wollte nicht weiter. Es musste aber vorwärts gehen. Wir mussten durch eine Scharte über 3150 m hohen Gipfel. Von oben kam uns ein Bergsteiger entgegen, der uns darüber informierte, dass wir über Schneefelder gehen müssen.

Oje, das hatte uns noch gefehlt. Der Schock setzte ein, als ich diese Schneefelder sah. Sofort hatte ich Angst um Laila und Loui. Mein Limit war erreicht und mir kamen die Tränen. Laila baute mich wieder auf, nahm meinen Rucksack, dass ich leichter bin und nicht so stark in den Schnee einsinke. Es hat gut funktioniert. Mein Mut und die Freude auf den noch viel zu weiten Gipfel kamen wieder zurück. Dass wir aber noch über einen Grat laufen mussten, klettern mussten, links und rechts es mehrere 100m nach unten ging……..oje.

Meine Konzentration war ganz dabei, dass ich nicht abrutsche. Ich bemerkte nicht, wie fest ich die Krücken drückte oder mich an ihnen festhielt. Mir taten die Hände so weh, wie noch nie. An Pause war nicht zu denken. Wir hatten beide ein komisches Gefühl. Die Zeit war gegen uns, das war zu sehen. Die ersten Zweifel tauchten auf, ob es gut ist weiter zu laufen. Die Karte zeigte, dass es nicht mehr weit ist. Der Weg war als höchster Anspruch (schwarzer Wanderweg) ausgezeichnet. Das war uns auf der bisherigen Strecke nicht entgangen. Auf einmal baute sich ein riesiger Gletscher vor uns auf. Uns entgegen kommende Wanderer warnten uns. Es erwartete uns an der Kante des Grates ein über 150m langes Schneefeld. Die Angst war wieder da. Neben dem Weg ging es sehr steil bergab über den Gletscher. Diesmal teilte Laila meine Angst. Wir saßen auf der Kamm und überlegten hin und her, was wir tun sollen. Den kurzen unbekannten Weg laufen oder lieber zurück.

Noch einmal tasteten wir uns bis zur nächsten Sicherung vor – es wurde immer steiler und plattiger. Was wir auch nicht vergessen durften, wir hatten Loui’s Geschirr nicht dabei. Wir konnten ihn bei den Platten nicht sichern. Verdammt!!

Es wurde einfach zu gefährlich ohne die passende Ausrüstung. Noch einmal kurz überlegt, dann war es entschieden. ZURÜCK! Wie sollen wir denn bitte schön wieder zurück? Wir waren inzwischen 9 h unterwegs. Es gab also wieder eine Planänderung. War ja nicht das erste Mal.

Wir waren psychisch und mental so erledigt, dass es auf jeden Fall besser war zurückzulaufen.

Wir bereiteten uns auf den Abstieg vor und was für eine Freude, wir hatten endlich mal wieder mit dem Handy einen Empfang. Laila rief sofort in der Amberger Hütte an, dass wir zurückkommen. Sie konnten uns nicht gut verstehen, vermuteten uns in Not. Obwohl wir ihr versicherten, dass alles ok ist, kam das wohl nicht deutlich bei ihr an.

Es wurde aber noch richtig schlimm. Der Abstieg durch die Schneefelder, lockeres Gestein und wieder Sand. Laila bot mir an über die rutschigen Passagen meinen Rucksack noch zusätzlich zu tragen. Das war so verdammt lieb von ihr. Laila war ein Tier. Sie trug dann 30kg bei einem Körpergewicht von 50kg. Wahnsinn, aber so geil. Es ging dadurch tatsächlich viel schneller. Sie lief vor und ich hinterher. Wir kamen super voran.

Dann hörte ich auf einmal, so auf der Hälfte des Weges, ein seltsames Geräusch. Ich drehte mich um und sah einen Helicopter. Er kreiste um unseren Berg. Waren sie etwa wegen uns hier? Nein – das kann nicht sein. Schließlich hatten wir ja gesagt, dass wir ok sind und keine Hilfe brauchen.

Er flog unsere Route ab und letztendlich in unsere Richtung. Auf Augenhöhe öffneten sie die Tür und fragten per Handzeichen, ob alles ok ist. Wir zeigten ihnen, dass alles ok ist. Dann flogen sie davon. Das ganze Team von der Amberger Hütte hatte sich Sorgen um uns gemacht, vor allem, weil sie uns am Handy nicht verstehen konnten. Was für ein Trubel. Dank Laila waren wir viel schneller zurück, als wir dachten. Hatte die Angst uns angetrieben? 4 h vom Gebirgskamm bis zur Hütte. REKORD! Wir wurden voller Freude erwartet. Der Koch hat uns Pasta gekocht. Alle waren beruhigt, dass wir wieder hier waren.

Dieses Abenteuer wurde noch ausführlich besprochen und der Abend wurde bei einem Glas Schnaps beendet.

 

17. Tag  Pausentag!

Nach 13 Stunden Fußmarsch am Vortag brauchten wir unbedingt einen Pausentag. Dieser wurde in der Amberger Hütte verbracht. Und das sah dann so aus: nicht so zeitig aufstehen, chillen, schreiben, spielen, auf der Terrasse sitzen und sich von der Sonne bescheinen lassen. Das ist doch auch mal ganz schön. Mittagessen, am See sonnen und Loui shooten, so ging der Nachmittag weiter. Den Bergführer haben wir getroffen und sind den Ablauf noch einmal durchgegangen. Der Tag verging wie im Flug.

 

18. Tag   Abstieg Amberger Hütte zur Hildesheimer Hütte

Wir wollten um 7:15 losgehen, deshalb mussten wir bis dahin gefrühstückt haben. Laila und ich waren etwas gestresst, weil wir nicht gut schlafen konnten. Der Aufstieg zur Hildesheimer Hütte stand auf dem Plan. Vorher mussten aber noch einige Dinge besorgt werden. Apotheke, einkaufen, Regenhose kaufen etc. dann auf nach Sölden. Leider haben wir den Bus zur Fiegl Alm verpasst. Beim Nachfragen in einem Hotel erfuhren wir, dass wir schon spät dran sind, es die Alternative mit dem Taxi dorthin gibt. Gesagt – getan! Mit dem Taxi durch die Serpentinen zur Alm. Voll bepackt ging es wieder los. Laila ging voraus, ich folgt ihr. Nach etwa 1h kamen wir an der Materialseilbahn an. Wolken zogen über den Bergen zu. Ein herrlicher Aufstieg. Es war der Wahnsinn! The best way ever!!! Es sah aus wie in Irland. Ein mit Steinen angelegter Treppenweg durch kleinere Felsen. Die Begeisterung war so groß, wie lange  nicht. Loui war im Paradies – hurrah Murmeltiere. Er rannte zwischen den Steinen umher und schaute in jedes Murmeltierloch.

Wir lagen so gut in der Zeit. Nach 2h kamen wir in der Hütte von Gustel und seiner Frau an. Sie begrüßten uns sehr herzlich. Die Hiobsbotschaft folgte aber sofort. Der Blitz hatte einen Tag vorher eingeschlagen und sie hatten keinen Strom. Das bedeutete: keine Seilbahn. Die Nacht herum zu bekommen wird kein Problem. Abends setzten sich Wieland und sein Sohn Johannes zu uns. Wir aßen zusammen und unterhielten uns. Die Menschen hier sind so herzlich.

Gustel setzte sich dann zu uns, um sich mit uns über mein Projekt zu unterhalten. Der Abend war sehr schön, es gab viel Spaß und Alkohol.  Der Nussschnaps – ein Gedicht. 23:30 gingen wir dann schlafen.

 

19. Tag  Hildesheimer Hütte  – Pause

„Ausschlafen“ – Frühstücken – Chillen im Zimmer.  12:30 meldete sich der Hunger. Es gab Kaspresssuppe – der Hammer. Mittags genossen wir die Sonne auf der Terrasse, machten Tonaufnahmen und ein Shooting mit Loui. Danach noch einen leckeren Apfelkuchen und hinter dem Haus bin ich auf einen kleinen Gipfel gestiegen. Wieder am Haus angekommen, erfuhr ich, dass abends die Bergpolizei kommt. Ich ahnte Schlimmes. Als sie mich sahen, vergewisserten sie sich, ob ich die war, die sie den vorherigen Tag gesucht haben. Dass wir uns nicht in Not befanden, war dann nach unseren Erzählungen geklärt. Sie waren ebenfalls von diesem Projekt sehr beeindruckt.

Abends saßen wir in der Stube, aßen und warteten auf Marco, der heute wieder kommen wollte. Es war eine tolle Stimmung in der Hütte. Der Ofen war an, das Essen schmeckte hervorragend und auf einmal hatten wir Heimatlieder singende Polizisten vor uns. Das war richtig schön. Dazu noch ein Nussschnaps und der Abend war perfekt.

Gegen halb 10 abends kam Marco. Wir begrüßten ihn voller Freude und das steckte die anderen förmlich an. Die Polizisten sangen, als gäbe es kein Morgen mehr. Bis auf uns waren später alle Gäste schlafen gegangen. Wir wurden noch an den Tisch von den singenden Polizisten eingeladen. Ruckzuck stand Rotwein auf dem Tisch.

Das Projekt war dann doch wieder einmal das Thema. Sie zeigten mir, zu meiner Freude, dass sie sehr beeindruckt davon sind. Am nächsten Tag stand ja das Besteigen des Zuckerhütl auf dem Programm. Das löste doch sehr schnell eine heftige Diskussion unter den Bergführern aus. Ob sinnvoll oder nicht sinnvoll, geht oder geht nicht, einbrechen oder nicht.

Gegen 1:00 gingen wir dann schlafen.

 

20.Tag      eigentlich das Zuckerhütl, aber daraus wurde das Pfaffenjoch

Gegen 9:30 sind wir, diesmal wieder zu dritt, aufgebrochen. Wanderung an engen Passagen mit Seilsicherung und sehr viel Geröll. Sand und Schotter erschwerten mir den Weg. Nach 1, 5 h kamen wir am Gletscher an. Ideal für Laila und Marco um zu filmen. Wir drehten ein bisschen oben am Eis, brachen danach wieder zur Hildesheimer Hütte auf. Kurz nach Mittag waren wir wieder zurück. Fotos schauen, Chillen, Essen und den Tag ausklingen lassen stand auf dem Plan.